PRAKTISCHE TIPPS FÜR IHREN ERFOLG IM BERUF

Aus welcher Situation heraus wollen Sie sich bewerben?


Was also ist Ihre Motivation für eine Bewerbung auf eine Stellenanzeige? Das wird man Sie mit großer Wahrscheinlichkeit während eines Vorstellungsgespräches, das ja das erste Ziel Ihrer Aktion ist, fragen. Vielleicht finden Sie Ihre Situation in einer der fünf folgenden Szenarien beschrieben, wenn nicht, dann sollten Sie dabei Anregungen finden, um Ihre spezifische Motivation definieren zu können.


Szenario 1:
Als Hochschulabsolvent den Schritt ins Berufsleben machen

Ihre Situation ist eigentlich am unproblematischsten, wenn Sie mit Augenmaß und Flexibilität an die Sache herangehen. Strategisch betrachtet, brauchen Sie nur den Einstieg in ein Unternehmen zu finden, um am Arbeitsmarkt teilnehmen zu können. Das hört sich recht simpel an und ist es auch. Wir sagen Ihnen auch, warum:


Die Entscheidung, die Sie jetzt treffen, bringt Sie zwar auf eine bestimmte berufliche Schiene, sie ist aber nicht in Stein gemeißelt. Sie können sich nach etwa 3 Jahren, und so lange sollten Sie schon ihrem ersten Arbeitgeber zur Verfügung stehen, aus einer festen Position heraus für eine Aufgabenstellung interessieren, die Sie heute schon anstreben, aber nicht sofort übernehmen können.

Warum nicht einen kleinen Umweg in Kauf nehmen, insbesondere dann, wenn Sie Ihre weitere Karriere auf den hier gemachten Erfahrungen aufbauen können?

Sie haben vielleicht BWL studiert und sind fest davon überzeugt, dass Sie das Zeug zu einem brillanten Marketing-Profi haben. Der erfolgversprechende Start ins Marketing könnte der Job eines Junior Product Managers sein, Ihr Problem ist dabei jedoch, dass Sie keine relevanten Praktika nachweisen und deshalb, oder auch aus anderen Gründen, nicht landen können. Versuchen Sie doch Ihr Glück in einer Vertriebs- bzw. Verkaufs-Aufgabe. Sie lernen die Organisation und Arbeitsabläufe eines Unternehmens ganz gut aus dem Vertriebs-Innendienst heraus kennen, machen vielleicht Verkaufsunterstützung, erarbeiten sich die Chance, auch mal einen Kunden besuchen zu können und informieren sich dabei über die Marketing- und Vertriebsstrategien, die zum Erfolg führen sollen. Wenn Sie dann das Glück haben, dass eine innerbetriebliche Stellenausschreibung eine Junior PM- oder PM-Position zum Gegenstand hat, dann können Sie diese Chance intern nutzen. Wenn nicht, kein Problem: Sie verfolgen nach knapp 3 Jahren Praxis aufmerksam die entsprechenden Stellenangebote und bewerben sich. Bei jetzt folgenden Interviews präsentieren Sie sich als der qualifizierte Kandidat für Marketing-Aufgaben, der sich eine fundierte praktische Grundlage im Vertrieb erarbeitet hat. Wer Marketing-Strategien vom grünen Tisch aus erarbeitet, ohne die Verkaufsfront kennen gelernt zu haben, der wird es in aller Regel sehr schwer haben.

Hier ein weiteres Beispiel: Wer als Diplom-Ingenieur sich zu Höherem berufen fühlt und etwas Großartiges erfinden will, den drängt es auf dem kürzesten Wege in das Zentrum von Forschung & Entwicklung bzw. Entwicklung & Konstruktion eines Unternehmens, das vor Innovationskraft nur so strotzt. Wer aus irgendwelchen Gründen sein Ziel nicht erreicht, der sollte es schaffen, zumindest durch die Türe eines guten Unternehmens zu gehen, um vielleicht als Detail-Konstrukteur zu starten und um zeigen zu können, was er oder sie drauf hat. Denn wenn Sie wirklich gute Arbeit leisten, und das zeigt sich sehr oft nicht zuletzt im Detail, dann wird das ihr Vorgesetzter sehr schnell merken und alles daran setzen, Sie zu fördern, weil er Sie als Mitarbeiter behalten will.

Was zeigt uns das? Intelligenz, Kreativität und Flexibilität sind hier gefragt. Auch der Satz "Dafür habe ich doch nicht studiert, um jetzt als … zu arbeiten!" kommt nicht über Ihre Lippen. Ihr klares Ziel muss es sein, den Einstieg zu finden. Sie müssen die Chance bekommen, zu beweisen, was Sie zu leisten im Stande sind. Jeder, der Außergewöhnliches erarbeitet, macht auf sich aufmerksam und empfiehlt sich für weiterreichende Aufgaben. Und noch einmal: Es ist dabei von nicht allzu großer Bedeutung, wie Sie einsteigen, Hauptsache ist, dass Sie einsteigen. Und noch ein Tipp für Ihre Bewerbungsstrategie: Konzentrieren Sie sich darauf, was Sie dem jeweiligen Unternehmen anbieten können. Und fragen Sie nicht so sehr danach, was das Unternehmen für Sie tun kann. Denn das kommt von ganz alleine auf Sie zu, wenn Sie zu überzeugen verstehen.



Szenario 2:
Sie sind das Opfer einer Umorganisation geworden

Das kommt meist nicht so besonders positiv bei Personalfachleuten an. Die gängige Meinung ist, dass sich Unternehmen in aller Regel nicht von den Leistungsträgern trennen, sondern im Gegenteil diese halten wollen, weil das Unternehmen ja verstärkt in die Zukunft gehen soll.

Warum ist es soweit gekommen? Haben Sie die Zeichen der Zeit nicht erkannt, haben Sie Ihre Position falsch eingeschätzt, haben Sie die Augen verschlossen vor der Realität oder waren Sie einfach zu bequem oder anderweitig beschäftigt, um sich rechtzeitig neu zu orientieren? Unsere erste Anforderung an Sie ist: Sie müssen aus dieser Entwicklung lernen. Und schieben Sie die Schuld an Ihrer Situation nicht anderen in die Schuhe. Und sprechen Sie auch nicht über das Lieblingsthema fast aller so genannter Opfer von Restrukturierungsmaßnahmen: Das Mobbing.

Wie verkaufen Sie sich unter diesen Vorzeichen? Bevor wir jetzt gemeinsam eine Strategie entwickeln, sollte klar sein, dass es zwischen den Personalleitern unterschiedlicher Firmen persönliche Verbindungen geben kann, von denen Sie nichts wissen. Man kennt sich vom Studium, aus Erfahrungskreisen oder ist vielleicht Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (DGFP). Das bedeutet, dass sich Legenden oder Stories, die wir entwickeln könnten, um Ihre Situation zu verschleiern oder zu schönen, schon aus praktischen Gründen verbieten. Bleiben Sie möglichst dicht an der Wahrheit.

Die einzige echte Chance, die Sie haben, wird sich im persönlichen Gespräch ergeben. Ihr Lebenslauf spricht ja nicht so sehr für Sie, dass man Sie eingeladen hat, kann damit zusammen hängen, dass Sie im Vergleich zu anderen Bewerbern immer noch eine ganz gute Figur machen. Sie müssen also im Interview persönlich überzeugen, so dass der Personalleiter Ihnen abnimmt, dass Sie offensichtlich Pech gehabt haben bei Ihrer letzten Firma. Er muss den Eindruck gewinnen, dass Sie eine Chance wert sind, dass Sie etwas gelernt haben und dass Ihnen so etwas nicht mehr passieren wird. Warum also nicht zugeben, dass Sie eine bestimmt Situation falsch eingeschätzt haben und damit das Versprechen verbinden, dass Sie sich in Zukunft anders verhalten und eine neue berufliche Chance mit Tatkraft und hohem Einsatz nutzen werden. Natürlich bedeutet das für Sie auch, dass sie in Tip-Top Verfassung im Interview auftreten und hochkonzentriert wirken. Dann werden Sie diese Schlacht für sich entscheiden und erfolgreich sein, immer vorausgesetzt, dass Sie Ihre Strategie geändert haben, weil Sie erkannt haben, dass die alte falsch war.



Szenario 3:
Sie wollen einfach etwas Neues machen

Sie sind etwa 5 Jahre in Ihrem jetzigen Job, den Sie beherrschen. Sie spüren, dass alles mehr oder weniger zur Routine geworden ist, Sie vermissen die spannenden Momente, die Sie zu Beginn Ihrer Tätigkeit so fasziniert haben. Sie sollten unbedingt eine berufliche Veränderung planen und realisieren. Denn es steht fest, dass die Qualität der Leistung von den Menschen sinkt, die sich nicht mehr richtig gefordert fühlen und denen es im Gegenteil langweilig wird.

Ihre Strategie könnte folgende sein: Sie sprechen mit Ihrem Vorgesetzten oder dem für Sie zuständigen Personal-Referenten und machen dabei deutlich, dass Sie sich jetzt nach etwa 5 Jahren, während der das Unternehmen Sie kennen und schätzen gelernt haben sollte, weiterentwickeln oder sich einer neuen Herausforderung stellen wollen. Gibt es intern Aufstiegs-Chancen oder alternative anspruchsvolle Tätigkeitsfelder für Sie? Wenn ja, dann kann das die beste Lösung sein. Denn Sie wissen, wie in Ihrer Firma der Hase läuft. Und das ist sehr oft ein nicht zu unterschätzender Punkt.

Wenn der Weg nach oben oder in eine andere interessante Aufgabe verbaut sein sollte, dann müssen Sie sich extern neu orientieren. Und beim Vorstellungsgespräch eine gute Antwort auf die Frage parat haben, warum Sie bei Ihrer heutigen Firma nicht voran kommen. Außerdem müssen Sie überzeugend deutlich machen können, warum gerade das Angebot der Firma XY so attraktiv für Sie ist und Sie der Wunschkandidat sind.



Szenario 4:
Sie kommen von einem Auslandseinsatz zurück

Sie sind vielleicht Vertriebs-Ingenieur und haben vor etwa 5 Jahren gerne die Chance ergriffen, in die Tochtergesellschaft Ihres Arbeitgebers nach Übersee zu wechseln, um dort die Vertriebsverantwortung zu übernehmen. Nachdem Sie 3 Jahre sehr erfolgreich waren, wurde Ihr Vertrag um weitere 2 Jahre verlängert, was mit Ihrem Einverständnis geschah.

Der Personalleiter hat Sie damals auf entsprechende Anfragen hin beruhigt und Ihnen bedeutet, dass Sie sich um die weitere berufliche Entwicklung keine großen Sorgen zu machen brauchen. Die Personalplanung schien zu funktionieren. Die Realität entwickelte sich dann doch etwas zu Ihren Ungunsten: Die Führungsaufgabe im Vertrieb oder in der Anwendungstechnik stand, weshalb auch immer, nicht mehr zur Disposition. Das, was man Ihnen jetzt als nächsten Schritt angeboten hat, ist eine Überbrückung, eine Notlösung, mit der sie nicht glücklich werden können. Das Management selbst ist es übrigens auch nicht.

Was also tun? Selbst aktiv an den Markt gehen und zwar möglichst schon 9 Monate vor der Rückkehr nach Deutschland. Wie das, wenn Sie in USA oder in Japan sitzen? Sie haben immer noch gute Drähte in die Heimat und können z.B. über eine dortige Adresse ein gut formuliertes Stellengesuch in der entsprechenden Tageszeitung und in "Ihren" Fachzeitschriften schalten. Im Internet sollten Sie die Personalberater identifizieren, die in "Ihrer" Industrie agieren, Kontakt aufnehmen und Ihren Lebenslauf anbieten. Natürlich steht es Ihnen frei, auch einen Freund oder Bekannten, dem Sie vertrauen können, zu bitten, für Sie samstags die in Frage kommenden großen Stellenmärkte nach Positionen zu durchforsten, für die Sie geeignet sein könnten. Diese Stellenanzeigen lassen Sie sich zufaxen oder e-mailen.

Bei Ihrer schriftlichen Bewerbung aus dem Ausland vermerken Sie unbedingt in Ihrem Anschreiben, wann Sie das nächste Mal in Deutschland sein werden. Die meisten Unternehmen scheuen die in aller Regel hohen Reisekosten bei Bewerbern aus dem Ausland.

Sie nehmen also das Heft in die Hand und orientieren sich am Markt nach den Möglichkeiten und Alternativen außerhalb Ihres jetzigen Arbeitgebers. Am Ende haben Sie die Wahl und das ist nicht das schlechteste. In diesem Sinne sollten Sie auch Ihre Motivation zur Kontaktaufnahme bzw. Bewerbung beschreiben. Das wird jeder verstehen und es wird für Sie sprechen.



Szenario 5:
Sie sind selbständig und wollen (wieder) zurück in ein festes Arbeitsverhältnis

Ihre Situation ist nicht ganz einfach, weil Sie in einen Erklärungs-Notstand geraten können. Sie müssen vielleicht die Frage beantworten, warum Sie vor 3 Jahren eine gute Position zu Gunsten einer Selbständigkeit aufgegeben haben. Sind Sie etwa zu blauäugig, voller Begeisterung und mit beiden Beinen auf die Chance gesprungen, den Vertrieb für ein innovatives High-tech Produkt, das Sie auf einer Messe fasziniert hat, zu übernehmen? Natürlich können Sie verkaufen, das haben Sie über 12 Jahre hinweg als Verkäufer, Key Account Manager und Regionaler Verkaufsleiter in Ihrer Industrie bewiesen. Dennoch mussten Sie feststellen, dass zu einem profitablen Geschäft etwas mehr gehört als überdurchschnittliche verkäuferische Stärken. Der ganze Papierkram, schon immer ein Graus für Sie, ist Ihnen letztendlich über den Kopf gewachsen, dass nicht nur eine saubere Auftragsabwicklung, sondern auch eine pünktliche und exakte Rechnungsstellung die Mutter des Geschäfts sein kann, das haben Sie irgendwann begriffen. Und da war es schon fast zu spät. Ihre Bank zeigt auf einmal Nerven, die Kreditlinie wurde zurückgeführt, Sie mussten quasi Ihren letzten Pfennig einsetzen, um Ihre 5 Mitarbeiter bezahlen zu können. Glücklicherweise haben Sie gerade noch rechtzeitig die Notbremse gezogen und Ihr kleines Unternehmen an Ihren härtesten Wettbewerber verkauft. Schließlich sind Sie ein Top-Verkäufer. Den großen Deal haben Sie dabei zwar nicht gemacht, sind aber mit einem blauen Auge davongekommen.

Wenn Ihre Situation so oder so ähnlich ist und Sie wirklich der Verkaufs-Profi mit gewinnender Ausstrahlung und nachweisbaren Erfolgen sind, dann sollte dies Ihre Strategie sein: "Ich bin ein Vollblut-Verkäufer und verstehe mich als solcher auch als Unternehmer. Ich habe den Schritt in die Selbständigkeit gewagt, dabei viel gelernt, unter anderem auch, dass ich am besten an vorderster Verkaufsfront eines größeren, gut organisierten Unternehmens eingesetzt bin und funktioniere. Geben Sie mir die Chance, Sie werden es nicht bereuen". Um Vertrauen in Ihr verkäuferisches Geschick zu untermauern, sollten Sie mit einem vernünftigen Fixum und ergebnisabhängigen Einkommensanteilen einverstanden sein.

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